Suche

Blog

Wir richten uns ein

27 Mai 2013
N 79° 41' 22.7" E 20° 50' 7.7"
-3°° C
Sonne
1 m/s O
Wir richten uns ein

Endlich haben wir die gesamte Ausrüstung und vor allem das 120 Kilogramm schwere Sommervehikel am Depot stehen. Heute Morgen um fünf Uhr sind wir alle hier erschöpft angekommen, nachdem sich die Hunde geweigert hatten, noch einmal in dem Schneematsch auf dem Eis des Fjordes zu übernachten. Eigentlich unglaublich, dass wir für diese 25 Kilometer eine ganz Woche benötigt haben, in der wir die Ausrüstung in Etappen, nach und nach, hierher geschafft haben.

Morgen werden wir anfangen, die gesamte Ausrüstung und das restliche Depot für den Sommer in das Suchgebiet zu transportieren. Da sich das Gewicht in etwa auf eine 1/4 Tonne beläuft, wird der Transport wieder ca. eine Woche benötigen.

Obwohl hier in dem Wahlenbergfjord der Eisbärenverkehr erheblich geringer ausfällt als zum Beispiel in der Hinlopenstretet, macht uns Meister Petz auch hier zu schaffen. Einen Sack mit Reserveteilen und Ausrüstung, den wir an dem Wagen auf dem Eis gelassen hatten, zerfetzte er vollständig. Der Inhalt lag vertreut im Schnee. Eine alte Einkaufstüte roch scheinbar immer noch verlockend.

Kurz bevor wir heute morgen im Depot eintrafen, war auch hier ein Eisbär unterwegs, wie ganz frische Spuren bezeugen. Wir hatten jedoch mehrere, mit Petroleum getränkte Pappstreifen überall in der Aurüstung deponiert. Vielleicht hat ihn der Gestank des Petroluems von einer näheren Inspektion der Ausrüstung abgehalten. Es ist schon etwas sehr umständlich, immer das Allerlebensnotwendigste mitzuführen, um es vor den Eisbären zu schützen. Somit ist unser Schlitten bei den Transportarbeiten viel schwerer, als wir es gerne hätten.

Heute morgen gegen 01.00 Uhr klarte der Himmel endlich auf und die Sonne ließ sich das erste Mal für uns hier im Wahlenbergfjord sehen. Selbst um Mitternacht steht sie noch mehr als eine Handbreit (bei ausgestrecktem Arm) über dem Horizont. Nun konnten wir endlich die Landschaft bewundern, in der wir uns bewegen: die Berge und Gletscher unseres Fjordes und das westliche Ufer der Hinlopenstretet mit den unzähligen Gletschern, das nun ca. 50 Kilometer entfernt liegt. Eine imposante, unendliche Landschaft ist es, die zutage trat. Obwohl wir hier über mehrere hundert Kilometer die einzigen Menschen sind, fühlen wir uns nicht völlig verlassen. Vielleicht liegt das an der Gesellschaft der Hunde?

Die Windstille im Zusammenhang mit der Sonne haben wir dann auch gleich für eine ausgiebige Körperpflege samt Haarschnitt genutzt und viele Dinge getrocknet. Auch alle Akkus sind dank der Solarpanele für die Foto- und Filmapparate, für das Notebook, das GPS und das Satellitentelefon nun wieder randvoll.

Zurück zur Übersicht

Sponsoren