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Depot im Suchgebiet steht

04 Jun 2013
N 79° 48' 36.1" E 21° 41' 40.3"
+6° C
Sonne
0 m/s
Depot im Suchgebiet steht

Wir feiern ein riesiges Fest mit Haribo und dem letzten Whiskey in der Bodley-Bucht, nachdem wir nun ca 450 Kilogramm Lebensmittel, Hundefutter und sonstiger Ausrüstung in das Suchgebiet geschafft haben. Und das war absolut nicht einfach. Selbst beim letzten Transport gestern hat die Arktis noch einmal alles gegeben.

Das fing bereits Nachts mit heftigen Fallwindböen an, die das Zelt in unregelmäßigen Abständen gewaltig erschütterten. Ständig mußten die Zeltverankerungen wie Heringe und Skier in dem nassen Schnee neu gesetzt werden. Am Morgen dann – wir waren gerade bei unserem ersten Tee – versuchte eine Sturmwindböe das Zelt samt uns als Insassen durch die Luft zu wirbeln. Das schaffte sie nicht ganz, aber alle Zeltbefestigungen wie Ski und Heringe flogen durch die Luft während bei uns im Zelt, von einer Sekunde auf die andere, das Chaos ausbrach: Der heisse Tee,ein wassergefüllter Topf und alle weiteren sich im Zelt befindlichen Gegenstände flogen durch die Gegend. Glück im Unglück: Der Deckel von dem brennenden Kocher klappte sofort herunter und Regina löschte ihn dann sofort. So konnte in dem Chaos des zusammenbrechenden Zeltes ein Brand verhindert werden.
Uns blieb nichts anderes übrig, als das Zelt zu bergen, alle Ausrüstung zusammenzusuchen, den Schlitten zu beladen und in Richtung Suchgebiet das Weite zu suchen – und das ohne Frühstück.

Kurz vor dem Ziel mußten wir schon bei den ersten Transporttouren zwei recht breite Spalten im Eis überqueren. Das ging eigentlich auch immer recht gut. Lediglich der eine oder andere Hund fiel schon mal ins Wasser und wurde aber sofort von den anderen Hunden wieder hinausgezogen.

Beim letzten Transport gestern erwies sich die letzte Spalte jedoch als enorm verbreitert. Regina suchte einen neuen, etwas schmaleren Übergang für das Gespann. Als sie zu einem Sprung über den Spalt ansetzte, brach beim Aufkommen an der anderen Seite die Eiskante ab und sie landete im Wasser. Ich glaube, keine Robbe schafft es, so rasch wieder auf das Eis zu kommen! Zum Glück schien die Sonne warm. Doch mit Badetemperaturen kann der Wahlenbergfjord trotzdem nicht aufwarten.

Nun haben wir uns alle ein paar Ruhetage verdient.

PS:
Liebe Mamma, liebe Brigitte, wir gratulieren Dir ganz herzlich zum Geburtstag. Wir hoffen, Du hast einen schönen Tag! Bitte grüße den Rest der Familie. Regina und Björn.

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