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Historie

Historischer Hintergrund

Die Herzog Ernst von Christopher Rave
Die Herzog Ernst von Christopher Rave
Besatzung und Expeditionsmitglieder in Tromsö
Besatzung und Expeditionsmitglieder in Tromsö
Schröder-Stranz
Schröder-Stranz

Die Schröder-Stranz-Expedition

Im August 1912 brachen 15 Expeditionsteilnehmer der deutschen Schröder-Stranz-Expedition nach Spitzbergen auf.

Diese “Vorexpedition” sollte u.a. Ausrüstung testen und als PR-Unternehmen zur Finanzierung einer geplanten Durchquerung der Nordostpassage für das Jahr 1913 dienen.

Schröder-Stranz erwarb einen Motorsegler im nordnorwegischen Tromsö und taufte ihn nach seinem Sponsor Ernst von Sachsen-Altenburg “Herzog Ernst”.

Im Norden Spitzbergens angekommen verließ er zusammen mit drei weiteren Expeditionsmitgliedern und acht Bernhardinern das Expeditionsschiff. Es galt, mit einem Hundeschlitten die großen Gletschergebiete im Nordosten des Archipels zu erforschen und die Insel in Ost-West-Richtung zu durchqueren.

Schröder-Stranz mit Kapitän Ritscher

Weiterer Verlauf

Währenddessen sollte die Herzog Ernst in der “Sorgebay” (auch Treurenberg-Bay genannt) an der Hinlopenstretet ein Depot auslegen.

Für Mitte Dezember war eine Wiedervereinigung der Schlittenexpedition von Schröder-Stranz mit dem Schiff Herzog Ernst in der Cross-Bay im Westen der Inselgruppe geplant.

Verschollen

Keine der Expeditionsgruppen kam jemals dort an. Schröder-Stranz und seine drei Begleiter blieben verschollen. Die Herzog Ernst wurde bereits an dem geplanten Depot in der Sorgebay vom Eis eingeschlossen.

Nach einem äußerst strapaziösen Marsch von 250 Kilometern erreichte der völlig erschöpfte und von schweren Erfrierungen gezeichnete Kapitän Ritscher die kleine Siedlung Longyearbyen Ende Dezember 1912. Damit veranlasste er mehrere Hilfsexpeditionen die auf dem Schiff verbliebene Mannschaft zu retten.

Lediglich die von dem Norweger Staxrud geführte Hilfsexpedition erreichte mit Husky- und Rentierschlitten das Schiff. Er rettete die zwei auf dem Schiff verbliebenen Deutschen Christopher Rave und Herrmann Rüdiger.

Weitere Funde

1937 fanden Robbenjäger im Duvefjord 80° 14' 3” N / 23° 44' 33” O die Reste eines Lagers, die eindeutig der Schröder-Stranz-Expedition zuzuordnen sind.

Acht Jahre später entdeckten Wehrmachtssoldaten einer deutschen meteorologischen Station drei Aluminiumteller im Duvefjord.

2007 entdeckten Arved Fuchs und Falk Mahnke dort weitere Expeditionsgegenstände. Alle diese Funde belegen, dass sich Schröder-Stranz dort aufgehalten haben muss.

Gleichzeitig belegen sie aber auch, dass dies nicht das letzte Lager gewesen sein kann. Wichtige Ausrüstungsgegenstände oder sterbliche Überreste konnten nicht gefunden werden.

Mit gutem Grund kann angenommen werden, dass sich Schröder-Stranz, August Sandleben, Max Mayr und Richard Schmidt vom Duvefjord aus in Richtung Westen aufgemacht haben, um das Depot an der Hinlopenstretet zu erreichen.

Die 15 Teilnehmer und deren Schicksal

(sieben überlebende, acht verschollene Teilnehmer)

  • Schröder-Stranz, deutsch, Expeditionsleiter:
    verschollen wahrscheinlich zwischen Duvefjord und Sorge-Bay
  • August Sandleben, deutsch, Kapitänleutnant a.D., Erster Offizier:
    verschollen wahrscheinlich zwischen Duvefjord und Sorge-Bay
  • Dr. Max Mayr, deutsch, Geograph und Geologe:
    verschollen wahrscheinlich zwischen Duvefjord und Sorge-Bay
  • Richard Schmidt, deutsch, Privatsekretär und Präparator:
    verschollen wahrscheinlich zwischen Duvefjord und Sorge-Bay
  • Erwin Detmers, deutsch, Zoologe:
    verschwand südlich der Mosselbay beim Versuch, Longyearbyen zu erreichen
  • Walter Moeser, deutsch, Botaniker:
    verschwand südlich der Mosselbay beim Versuch, Longyearbyen zu erreichen
  • Herrmann Rüdiger, deutsch, Ozeanograph:
    nach schweren Erfrierungen und Amputationen im April 1913 gerettet
  • Christopher Rave, deutsch, Marinemaler und Kameramann:
    gerettet im April 1913
  • Wilhelm Eberhard, deutsch,Techniker und Maschinist:
    verschollen zwischen der Mosselbay und dem eingefrorenen Schiff
  • Alfred Ritscher, deutsch, Kapitän:
    Ihm gelang es als Ersten (27. 12. 1912), die Siedlung Longyearbyen zu erreichen. Damit leitete er die Rettung der Überlebenden ein.
  • Knut Stave, norwegisch, Schiffskoch:
    starb 1913 auf der Herzog Ernst an Tuberkulose
  • August Stenersen, norwegisch, Eislotse:
    verließ im März das Schiff und erreichte Longyearbyen am 05. 04. 1913
  • Einar Rotvold, norwegisch, Matrose:
    verließ im März das Schiff und erreichte Longyearbyen am 05. 04. 1913
  • Jørgen Jensen, norwegisch, Matrose:
    verließ im März das Schiff und erreichte Longyearbyen am 05. 04. 1913
  • Julius Jensen, norwegisch, Matrose:
    verließ im März das Schiff und erreichte Longyearbyen am 05. 04. 1913

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